Bericht „Malschule Willingshausen“ in der Dorfzeitung 2022

23-04-07 | Im 50. Jahr des Bestehens der Malschule ist ein Bericht in der Dorfzeitung von Ulrike Schulte veröffentlicht worden, der oben als Bilddarstellung und nachstehend als Text erneut veröffentlicht wird:

Wer Spaß haben will, der kommt zu mir – wer etwas lernen will, der geht zu Marianne

so hat Günter Heinemann von 1972 bis zu seinem endgültigen Ausscheiden aus der Malschule 1996, seine Kursteilnehmer:innen eingestimmt auf zwei Wochen Malurlaub in Willingshausen.

Unterstützt von seiner Frau Marianne Heinemann, geb. Thielmann, waren die Malkurse ein Angebot für Laienkünstler/innen, um sich im Malen vor der Natur zu üben, bei fast jedem Wetter.
In Fahrzeugkolonnen ging es hinaus in die nähere Umgebung, mit Feldstaffeleien, Keilrahmen, die man zuvor beim heimischen Friseur Knauf erstanden hatte und nicht zuletzt dem Pausenkorb, gefüllt mit Kaffee, Tee und Keksen sowie dem beliebten „Malmittel“ – einer Flasche Rum.

Die Auseinandersetzung mit der Plein-Air Malerei bildet mehr als 30 Jahre lang den inhaltlichen Schwerpunkt der Kurse.
Lange bevor 1996 mit dem Künstlerstipendium Willingshausen die Tradition der Künstler- aufenthalte wieder aufgenommen wird, ist die Malschule ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Willingshausen.

Ab 1992 habe ich die Malschule weitergeführt, zunächst auch vorwiegend im Freien, nach und nach inhaltlich erweitert und verändert, so daß die Kurse inzwischen fast ausschliesslich im Atelier stattfinden. Der Fokus liegt damit schon lange nicht mehr auf der Darstellung von Landschaft, sondern umfasst ein breites Spektrum an inhaltlichen und formalen Herangehensweisen.
Ein grosser Kreis von teils langjährigen Kursteilnehmer/innen – einige kommen seit 30 oder 40 Jahren – schätzen die individuelle Begleitung bei vorgegebenen und eigenen künstlerischen Projekten.

Skizzieren, Zeichnen und Malen im Dorf am Kulturhaus AnTreff. Foto Ulrike Schulte

Ab Sommer 2005 gab es eine erste Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturlandschaft Schwalm e.V. unter dem Titel: „Der Wandel in der Kulturlandschaft Willingshausen im Vergleich historischer und gegenwärtiger Malerei.“
Es folgten drei weitere Projekte mit abschliessenden Ausstellungen in der Kunsthalle und zwei informativen Begleitheften.
Zugleich wurde, mit dem Neubau der Kunsthalle im Jahr 2005, die Malschule erweitert durch ein grosses Kursangebot von Künstler:innen aus der Region.

Staffeleien mit Bildern im Atelier des Gerhardt-von-Reutern-Hauses in 2015. Foto Ulrike Schulte

In den Anfangsjahren, die nicht immer ganz einfach waren, bekam ich sehr viel Unterstützung, nicht nur aus der Gemeinde, sondern insbesondere auch von engagierten Menschen aus dem Dorf. Mittlerweile sind 30 Jahre vergangen und nicht nur mein Kursangebot, auch in Willingshausen hat sich viel verändert.
Da das Gerhardt-von-Reutern-Haus einem Umbau entgegensieht, habe ich 2021 mit meinen Kursen in der „Neustädter Sieben“ einen neuen Standort bezogen. Nicht nur neue Perspektiven tun sich auf, auch die Kurse bekommen neue Impulse.
Der Verein KIWI, eine Kulturinitiative aus dem Dorf für die Region, unterstützt mein Kursangebot mit viel Engagement und sorgt dafür, dass dieses noch immer eine Zukunft hat.